Weinlese 2019

Am 4. Oktober wimmelten wir in Jenins, nur selten sonnig, überhaupt nicht warm. Wo bleibt denn der Föhn diesen Herbst? Die Trauben litten sowohl unter dem feuchten Herbstwetter wie auch der Essigfliege. Deshalb gab es sehr viel zu verlesen. Trotzdem sind wir mit dem Resultat zufrieden, sowohl qualitativ wie auch quantitativ. Am 12. Oktober wimmelten wir in Maienfeld. Ein paar Föhntage später als Jenins, bei gemütlichem und sonnigem Wetter. Dank sorgfältiger Vorarbeit und intensiver Mengenbeschränkung über das ganze Rebjahr konnten wir hier etwas schönere Trauben ernten. Deshalb war jedoch die Menge relativ bescheiden. Das stecken wir aber gerne weg, denn unser Fokus liegt auf der Qualität.

Weinlese 2017

Wie fast alle Weinbauern hier ernten wir von Hand. Dafür rekrutieren wir Verwandte und Bekannte, die uns dabei zur Hand gehen. Der Morgen fängt mit einer Einführung an, bei welcher die Weinbauern – Carl und Lisi – auf die diesjährigen Besonderheiten hinweisen: Muss dieses Jahr besonders auf Essigbeeren geachtet werden? Hat es besonders viele faule Trauben? Oder Unreife? Müssen die Stiele beachtet werden? Schlechte Beeren verringern die Qualität des Weins und werden gleich bei der Ernte der Traube, noch bevor diese den Kessel erreicht, von Hand ausgeschieden.

Weinlese in Jenins

Weinlese in Maienfeld

Schon nach wenigen Stunden Arbeit beginnt die Helferschaft zu maulen. Es ist Zeit für den Znüni! Hausgemachtes Birnbrot, Malanser Alpkäse, und selbstgemachter Röteli von diversen Familienmitgliedern bringen die Mannschaft wieder auf Tour.

Znüni-Vorbereitung in Jenins und Maienfeld

Jung und Alt brauchen dringend eine Pause!

Nach dem Znüni, und vor allem dem Röteli, geht die Arbeit wieder beschwingter von der Hand. Zeile um Zeile wird abgeerntet; dabei werden Neuigkeiten aus der Familie, bessere und weniger gute Witze, Meinungen zum Weltgeschehen, und tiefsinnige Gedanken ausgetauscht. Ist der Kessel voll, wird er in die Tause geleert, und ist die Tause voll, werden die Rufe nach starken Leuten laut. Zwei Leute braucht es, um dem Träger oder der Trägerin die Tause aufzubuckeln.

IMG_0416

Vom Kessel in die Tause

Aus Nostalgiegründen haben wir auch noch alte Holztausen. Diese sind aber deutlich schwerer als die modernen Plastiktausen und werden deshalb von den Trägern nicht sehr geschätzt. Hübsch sind sie allemal.

IMG_0434

Schön aber unbeliebt – die Holztause

In Jenins gibt es Zmittag, sobald der Wingert leergewimmelt ist – in Maienfeld, sobald die Helferschar wieder Hunger hat. Da in Maienfeld nach dem Zmittag noch weitergewimmelt werden muss, findet die Verköstigung gleich im Wingert statt. In Jenins begibt sich die ganze Truppe dafür nach Malans, wo es Trinkwasser, ebene Flächen, und vor allem eine Küche gibt.

Zmittag in Maienfeld und in Malans

Wenn nach getaner Arbeit endlich der Weinbauer mit dem Traktor vorfährt, um die Trauben abzuholen, ist es Zeit, die Helferschaft wieder zu verabschieden – aber erst, nachdem alle ihren Wimmlerlohn in Empfang genommen haben! Für die Trinkberechtigten besteht dieser aus ein paar Flaschen Wein; für die Kinder gibt es ein Sackgeld. Danach leert sich auch der überfüllte Parkplatz wieder! Nochmals ein herzliches Dankeschön an alle Helfer.

IMG_0668

Auch bei der Anreise der Helferschar wird Nachhaltigkeit gross geschrieben.