meinherz

Willkommen bei der Familie Meinherz! Hauptberuflich befinden wir uns meist drinnen; in Büros, Spitälern und Universitäten. Aber neben diesen computerlastigen Aktivitäten zieht es uns oft nach draussen: In den Garten, in den Weinberg, aber auch in andere Berge; in den Letzteren bewegen wir uns mittels Bergschuhen, Mountainbikes, Kletterfinken oder Tourenskis fort, mal mit, mal ohne Seil, mal mit, mal ohne Steigeisen.

Wir wohnen über die ganze Schweiz verteilt, in Malans, Burgdorf und Lausanne. Unsere Weinberge befinden sich in der Bündner Herrschaft, in Jenins und Maienfeld.

rebbau

Auf insgesamt 33 Aren (3288 m2) Weinland – verteilt auf zwei Wingerte, je einer in Jenins und Maienfeld – produzieren wir Blauburgunder. Die Maienfelder Trauben werden von Ralf Komminoth gekeltert, und die Jeninser von Francisca und Christian Obrecht vom Weingut zur Sonne.

Obschon wir auch schon vorher mit verschiedenen Methoden des biologischen Weinbaus experimentiert haben, motiviert uns die Zusammenarbeit mit dem Weingut zur Sonne seit 2017 noch zusätzlich, denn Francisca und Christian Obrecht sind demeter-zertifiziert, und somit dem biodynamischen Weinbau verpflichtet. Mittelfristig soll auch unser Wein vom Jeninser Wingert diesem Standard entsprechen. Hier berichten wir von unserem Lernprozess auf dem Weg zu einem nachhaltigen Weinbau.

Was haben wir bereits unternommen?

In der ganzen Region der Bündner Herrschaft ist der Traubenwickler – eine Schmetterlingsart – eine Plage, da die Raupen die Trauben fressen. Deshalb werden von allen Weinbauern gemeinsam Pheromonfallen in den Wingerten aufgehängt. Diese verbreiten Lockstoffe, auf welche der Traubenwickler anspricht. Das verkompliziert die Partnersuche des Traubenwicklers in der unmittelbaren Umgebung dieser Fallen, da sie einander nicht mehr finden. Dadurch legt der Traubenwickler kaum mehr seine Eier in den Wingerten.

Ein weiteres Problem ist Unkraut. Wächst zu viel Unkraut unmittelbar unter den Reben, tritt dieses in Konkurrenz zu den Reben. Zusätzlich ist es wichtig, dass die Trauben nicht von hochwachsendem Unkraut, wie zum Beispiel Winden, bedeckt werden. Deshalb wird standardmässig der Unkrautvertilger Glyphosat gespritzt. Wir verzichten darauf aber schon seit einigen Jahren. In Maienfeld häufelten wir stattdessen die Erde auf- und wieder ab. Dies ist nun aber aus technischen Gründen nicht mehr möglich. Deshalb mähen wir nun das Unkraut manuell. In Jenins war es technisch noch nie möglich, die Erde auf- und wieder abzuhäufeln. Deshalb sähen wir dort Klee, um Unkraut vorzubeugen.

Die Kirschessigfliege ist eine Plage, mit der wir seit einigen Jahren in der Bündner Herrschaft zu kämpfen haben. Sie legt Eier in die Trauben, woraufhin diese Essigsäure entwickeln, was der Qualität des Weins extrem abträglich ist. Um die Trauben vor der Kirschessigfliege zu schützen, wenden wir vorbeugende Massnahmen an: Wir lauben grosszügig aus, halten die Pflanzen unter den Reben im Herbst kurz, und in unserem Garten packen wir sogar die einzelnen Trauben in fliegensichere Säckchen ein. Rechtzeitig angewendet sind diese Massnahmen sehr effektiv. In den Jahren 2014 und 2016 wurde ausserdem eine Art Tonerde auf die bereits blauen Trauben gespritzt. Diese bildete einen weisslichen Film auf den Trauben, worauf diese von den Kirschessigfliegen nicht mehr als reife Trauben erkannt wurden.

Und um die Trauben vor Wespen zu schützen, basteln wir aus Petflaschen Wespenfallen. Mit einem neuen Design verirren sich kaum mehr Schmetterlinge in diese Fallen. Nächstes Jahr wollen wir die Fallen noch weiter optimieren, damit sich auch keine Hornissen mehr hineinverirren.

Seit wir die Jeninser Trauben von Francisca und Christian Obrecht keltern lassen, haben sie auch das Spritzen dieses Wingerts übernommen. Anders als der Maienfelder Wingert, der mit chemischen Spritzmitteln gegen verschiedene Pflanzenkrankheiten geschützt wird, werden im Jeninser Wingert organische Mittel verwendet. Diese umfassen organische Düngemittel sowie Tees und homöopatische Extrakte. Zusätzlich werden auch noch schwefel- und kupferhaltige Mittel gespritzt.

Wohin wollen wir?

In Maienfeld werden wir den Status Quo beibehalten, da die Prozesse, welche noch nicht den Kriterien der biodynamischen Landwirtschaft entsprechen, sich in dieser Form der Zusammenarbeit nicht ändern lassen. In Jenins werden wir aber nach einer Übergangsfrist von drei Jahren die Demeter-Zertifizierung erreichen.

weinsortiment

Jährlich lesen wir aus den beiden Wingerten gut zwei Tonnen Trauben. Da wir keinen eigenen Torkel besitzen, lassen wir die Trauben keltern – das ergibt in der Regel bis zu 2000 Flaschen Wein. Den Blauburgunder lassen wir im Stahltank oder im Eichenholzfass (Barrique) reifen. Zusätzlich lassen wir auch noch Schaumwein produzieren.

Der Mensch lebt nicht nur vom Geld allein – er braucht auch manche Flasche Wein. Einen Teil des Weins, den wir aus unseren Trauben produzieren lassen, beziehen wir deshalb für den Eigenverbrauch. Da aber geteilte Freude doppelte Freude ist, verkaufen wir den Wein auch an Privatpersonen weiter. Im Moment verfügen wir noch über keinen Lieferservice; der Wein muss also in Malans, Maienfeld oder Chur abgeholt werden.

Weinbezug

Abholung in Malans: Kontaktieren Sie Carl Meinherz.

Abholung in Chur: Kontaktieren Sie Lisi Meinherz.

Abholung in Maienfeld: Kontaktieren Sie Ursi Meinherz.

Unser aktuelles Sortiment

Die untenstehenden Beschreibungen und Empfehlungen wurden gemeinsam von Stephan Thomas, der unter anderem Autor des Buchs Winzer und Weine im Aargau ist, und Johanna Heim, Studentin für Weinbau und Önologie an der Hochschule Geisenheim, Deutschland, geschrieben.

Carsilias Jahrgang 2016 (Stahltank): 15.- pro Flasche, verfügbar
Carsilias Jahrgang 2015 (Stahltank): 15.- pro Flasche, verfügbar

« Helles Rubin. Beerenfruchtige Nase. Kräuterwürzig, etwas Himbeerbonbon und Hibiskus, Röstnoten und Brotrinde, leichte Anmutung von grossem Holz. Frisch mit präsenter Säure. Kann noch zwei, drei Jahre reifen. Zu hellem Fleisch, Capuns, Käse, Bündner Gerstensuppe. » – Stephan Thomas & Johanna Heim

Carsilias Jahrgang 2015 (Barrique): 20.- pro Flasche, verfügbar

« Mittleres Rubin. Holzwürze, etwas Kokos; Pflaume, Zwetschge, Schwarzkirsche, Brombeere. Recht vordergründige Säure, zugleich leichte Extraktsüsse, noch etwas ungeschliffene Tannine. Im Moment zu jugendlich, muss reifen. Hat indessen bedeutendes Potential; in drei bis vier Jahren auf dem Höhepunkt. Zu vollreifem Alphartkäse oder Steinbockvoressen. » – Stephan Thomas & Johanna Heim

Carsilias Jahrgang 2014 (Stahltank): 15.- pro Flasche, nur noch Einzelflaschen verfügbar

« Helles Rubin mit purpurnen Reflexen. Balsamisch-ätherische Noten, Zedernholz, Harz. Würzig, zugleich Beerennoten (Stachelbeere), frische Säure. Ausgewogen und facettenreich, kann mindestens noch zwei Jahre reifen. Zu Churer Fleischtorte. » – Stephan Thomas & Johanna Heim

Carsilias Jahrgang 2013 (Stahltank): ausverkauft, an Degustationen verfügbar

« Helles Rubin mit etwas Purpur. Brombeere, Lakritze, leicht ätherische Noten. Eine Spur extraktsüss; generös und opulent mit Noten von Pflaume, Schwarzkirsche, schwarzen Baumnüssen und Liebstöckel. Zur Begleitung von Rindsaftplätzli und Pilzgerichten. » – Stephan Thomas & Johanna Heim

Carsilias Jahrgang 2012 (Stahltank): ausverkauft, an Degustationen verfügbar

« Helles Rubin, ins Granatrot spielend. Dezente Nase von Waldbeeren, Waldboden und getrockneten Rosenblättern. Intakte Säurestruktur, gezähmte Tannine, elegante Altersmilde, facettenreich. Auf dem Zenith, ans Austrinken denken. Passt zu Pilztoast. » – Stephan Thomas & Johanna Heim

Carsilias Jahrgang 2008 (Barrique): ausverkauft

« Aufgehelltes Rubin, ins Granatrot spielend. Würzig und etwas extraktsüss, Apfel und Pflaume, Lakritze. Rund bei mittlerem Körper; präsente, aber gut eingebundene Säure, langer Nachhall. Voll entfaltet, kann aber noch einen Moment reifen. Zu vollreifem Sbrinz oder Schafsverdämpf, oder einfach als Meditationswein. » – Stephan Thomas & Johanna Heim

Degustationen

Sie möchten den Wein gerne degustieren? Hier informieren wir über anstehende Degustationen!

 

veranstaltungen

Degustation

Die letzte Degustation fand am 20. November in Zürich statt.
Die nächste wird im Februar in Chur stattfinden. Das genaue Datum steht noch nicht fest. Auskunft gibt Lisi Meinherz.

Vergangene Veranstaltungen:

Impressionen von vergangenen Veranstaltungen finden Sie hier.